21823 km. Sportwagen nicht für E-Motoren geeignet??

There are no translations available.

Spiegel-Verkehrsexperte Christian Wüst liefert sowohl in Print als auch im Spiegel-Video einen schwach begründeten Abgesang auf die Elektromobilität als solche und den Tesla ins Besondere. Im Video doziert er onkelhaft und verallgemeinernd "Das grundsätzliche Problem des Elektroautos ist, daß Sie mit dem Auto nicht viel anfangen können." Dafür macht er die mangelnde Reichweite verantwortlich und bringt dann ein unrelevantes Zahlenspiel, in dem er behauptet, eine Batterie, die 10.000 € koste, speichere nur soviel Energie wie 2 Liter Benzin.

Das klingt natürlich schön doof. Was Herr Wüst aber vergisst, ist, dass ein Elektroantrieb viel effizienter als ein Verbrennungsmotor ist und aus dieser Energie wesentlich mehr herausholen kann. Nämlich locker 100 bis 15O Km Reichweite. Davon ist jeder Benzin und Diesels-Motor noch weit entfernt. (Mal davon abgesehen, kann der Elektromotor beim Entschleunigen auch noch Energie erzeugen;-)

Trotzdem geht Wüst noch einen Schritt weiter: Vor allem für einen Sportwagen sei ein Elektromotor untauglich, da man mit dem ja "schnell und weit weg fahren möchte". Dass der Roadster in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt, weiß allerdings inzwischen jedes Kind, und dass Sportwagenfahrer typischerweise keine Langstreckenfahrer sind, kann man sich leicht vorstellen.

Deswegen sei der Tesla auch ein "anhaltender Misserfolg. Das Auto hat sich nicht durchgesetzt." Nur ein paar Sammler, die "schon drei ander Ferraris haben, stellen sich einen Roadster hin". Wo soll sich denn ein sündteurer Sportwagen in limitierter Auflage durchsetzen? Was meint Herr Wüst damit? Im Alltag hat sich mein Roadster bei mir deutlich durchgesetzt. Drei weitere Ferraris habe ich zum Glück nicht. Dafür pendle ich mit meinem Tesla jeden Tag ca. 80km und das bei jedem Wetter, Sommer wie Winter. Dabei genieße ich eine Reichweite, die für den täglichen Bedarf völlig ausreicht und sogar am Wochenende eine ordentliche Spritztour hergibt. Für große Reisen ist ja auch der Kofferraum schon viel zu klein. Ein Manko, das übrigens auch viele Supersportwagen mit Benzinantrieb teilen.

Am Schluss kommt Herr Wüst auf elektrische Kleinwagen zu sprechen, die nicht sexy, aber immerhin praktisch sein könnten. Er schränkt aber gleich polemisierend ein "Sie haben dann ein Auto, dass ist so teuer wie ein Mittelklassewagen und kommt nur so weit wie die U-Bahn."  Als "technisch stimmig" lässt Wüst eigentlich nur den weiterentwickleten Plug-In-Hybrid gelten. Was daran stimmig sein soll, zwei Antriebssysteme einzubauen, wo für 90% der gefahrenen Strecken der Elektroantrieb bereits heute ausreicht, erschließt sich mir nicht. Vielleicht läßt sich der Verkehrsexperte des Spiegel ja demnächst vom Model S überzeugen. Mehr Reichweite, Mehr Sitzplätze, weniger Anschaffungskosten.

Bis dahin empfehle ich ihm und allen anderen den aktuellen Dokumentarfilm "Revenge of the Electric Car".

Add your comment

Your name:
Your email:
Your website:
Subject:
Comment: