Das Leder, das überall über die Armaturen gezogen wurde kann nicht darüber hinweg täuschen, dass dieses Auto auf das Minimum-Gewicht runtergestrippt ist. Ein Hauch von Alu und Carbon und ein Brocken von einer Batterie in der Mitte. Die Karosse ist federleicht. Angeblich wiegt der Alu-Teil der Karosse nur 60 Kilo. Wenn man die Haube öffnet, kriegt man Angst daran etwas abzubrechen.
Wer CDs, Landkarten, Kleenex-Boxen oder ähnliches mitnehmen möchte, muss das Zeug auf den Schoss nehmen. Ein Handschuhfach, in das genau ein paar (dünne) Handschuhe passt, ist die einzige echte Staufläche. Der Rest muss in das Kofferräumchen, das hinter der Batterie darauf wartet, eine Minimum an Gepäck zu verstauen.
Skeptisch nehme ich die Blaupunkt-Anlage in Augenschein. Die Anlage hat keinen CD-Wechsler und braucht den CD-Schacht darüber hinaus für die Navigation. Radio ist nicht wirklich mein Ding. Also muss das IPhone irgendwie ran. Amerikaner und Autostereoanlagen, das hat noch nie zusammengepasst. Leiernde 8Track-Gerätschaften kommen mir in den Sinn, als ich verzweifelt versuche mein Telefon anzuschließen. Ich krümme mich in den Beifahrer-Fußraum, um die Halterung im Zigarettenanzünder zu befestigen und dann mit einer Menge Klebeband an der Mittelkonsole zu fixieren. Dadurch ist der Fussbereich für den Beifahrer noch mal um 30% reduziert. Macht nix. Für schlanke Beine reicht das allemal.
Neben der Handbremse lockt ein USB Anschluss, der sich aber in keinster Weise mit meinem Iphone verbinden lässt. Während ich nach weiteren Anschlussmöglichkeiten suche, entdecke ich an der Mittelkonsole einen ausklappbaren Getränkehalter. Unsere amerikanischen Freunde können auf jeden Stauraum verzichten, aber nicht darauf, ihren Starbucks-Pott in einem ordentlichen Getränkehalter zu verstauen.
Ich lese die Bedienungsanleitung der Stereoanlage, die ungefähr zwanzig mal so umfangreich ist, wie die des Autos, und stelle fest, dass beide Geräte Bluetooth-fähig sind. Aha! An der Lenksäule befindet sich außerdem ein blauer, undefinierter Knopf, den ich probeweise drücke. Wer sagt’s denn: die Geräte erkennen sich und ich kann tatsächlich über die Autoanlage telefonieren. Aber Musik: Fehlanzeige. Ich geb’s auf und brenne mir ein paar CDs für den Tesla.
Am nächsten morgen fahre ich ins Büro, stecke mein Telefon in den Halter und nach drei Minuten brettert auf einmal AC/DC los. Na bitte. Jetzt verstehen sich Anlage und Handy und ich kriege eine glasklare Wiedergabe via Bluetooh. Nehme meine Vorurteile gegenüber amerikanischen Autobauern und deren Stereoanlagen vollumfänglich zurück. Geniesse den satten Sound und die bequeme Bedienung.

