1002 bis 1990 km. Der automobile Alltag.

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Jeder Ampelstart ist für mich inzwischen zum „Drag-Race“ geworden. Ein erhebendes Gefühl, wenn ich die Kreuzung bereits überquert habe, bevor der Verbrennungsmotor des Hintermannes überhaupt auf Touren kommt. (Das hilft auch wenn man mal irrtümlicherweise auf der Abbiegerspur steht und dann doch geradeaus muss;-)

Der Weg zur Arbeit im Tesla macht Spaß. Spritzig und leise durch die Innenstadt und dabei Musik geniessen. Ich fühle mich weit voraus in meinem Space-Glider. Jeder herkömmliche Sportwagen erntet nur noch ein müdes Lächeln und wenn ich bei den großen SUVs in die Doppelauspuffanlagen schaue, empfinde ich Mitleid. Ein bisschen schade ist es, dass ich, der ich doch gar keine Abgase produziere, genau auf Auspuffhöhe dieser Benzin-Saurier sitze und deren Qualm einatme.

Die Alltagstauglichkeit des Roadster überzeugt mich. Elon Musk hat nicht zu viel versprochen. Schon nach ein paar Wochen nehme ich es als selbstverständlich, dass ich in einem elektrisch angetriebenen Auto so viel Fahrvergnügen habe und zuverlässig meinen Alltag damit bewältigen kann. Immer wieder muss ich mich selbst daran erinnern, dass das ein Riesen-Entwicklungsschritt ist. Alles andere als normal also.

Das fasziniert auch viele Passanten. Manche wollen „nur mal hören, wie der klingt“,  mache fragen einem nach dem Parken Löcher in den Bauch, und manche laden sich direkt zur Probefahrt ein. Zum Beispiel ein netter Physik-Student, der mitten auf der Kreuzung meine Beifahrertür aufreißt und mir 10 Euro fürs Mitfahren anbietet. Auf das Geld habe ich verzichtet, dafür fachmännische Elektro-Tips erhalten. Erstmal hat er mir das Prinzip des Elektromotors erklärt und mir die Hoffnung gemacht, dass der so gut wie keinen Verschleiß zeigt, wenn er denn bürstenfrei ist. Keine Ahnung, ob mein Motor bürstenfrei ist. Muss mal fragen.

Dann hat er mir erklärt, dass die kurzfristigen Beschleunigungsorgien kein Problem für die Batterie sind. Je schneller man mit dem Elektromotor auf der gewünschten Geschwindigkeit sei, desto besser für die Batterie. Klingt gut und gibt meinem neuen Fahrstil eine wissenschaftliche Grundlage.


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